Wir sind ständig damit beschäftigt bestehende Prozesse zu verbessern und neue Möglichkeiten im Bereich des Tissue Engineerings zu erforschen. Diplomanden der FH Wels, der FH Linz als auch der Universität Salzburg arbeiten dazu in Zusammenarbeit mit Igor an den verschiedensten Forschungsprojekten.
Über die neuesten Projekte möchten wir Ihnen hier einen kurzen Überblick geben:
- Im medizinischen Bereich werden derzeit verschiedenste Knochengranulate und prozessierte Knochenfragmente zur Behandlung von Knochenschäden verwendet. Solche Materialien dienen jedoch nur als Füllkörper, welche nach der Operation erst von patienteneigenen Knochenzellen besiedelt und umgebaut werden müssen. Vorteilhafter wäre es in solchen Fällen, wenn bereits mit patienteneigenen Zellen besiedelte Knochenpräparate zur Verfügung stehen würden, welche sich sofort in das umgebende Gewebe einfügen.
Aus diesem Gedanken heraus beschäftigt sich eines unserer derzeitigen Projekte damit, organische Kollagengerüste sowie anorganische Kalziumgerüste aus Knochengewebe zu gewinnen, welche anschließend im Labor mit humanen Zellen besiedelt werden können. Ziel dieser Arbeit ist es einsatzfähige autologe Knochenpräparate für den humanen Knochenersatz zu entwickeln.
- Auch die Behandlung von Knorpeldefekten ist ein Gebiet in dem wir ständig neue Ideen entwickeln. Ein Projekt in diesem Forschungsgebiet beschäftigt sich mit der Entwicklung von Trägermaterialen aus verschiedenen biologischen Substanzen, welche mit humanen Chondrozyten besiedelt, in der Zukunft zur Behandlung von Knorpeldefekten dienen könnten. Ein Vorteil wäre die perfekte Anpassung des autologen Materials an die Defektgröße und eventuell eine erhöhte Produktion von Knorpelgrundsubstanz der Knorpelzellen in der kompakten Struktur dieser Spheroide. Dies hätte eine qualitative Verbesserung des Implantats zur Folge.
- Wir sind natürlich auch bestrebt bereits bestehender Prozesse ständig zu verbessern. Daher beschäftigen wir uns auch mit der Entwicklung gleichwertiger Alternativen für Materialen, die zur Herstellung unserer Produkte benötigt werden. Ein Produkt, mit dem wir uns in diesem Zusammenhang derzeit näher beschäftigen, ist der Einsatz von Thrombozytenextrakt als alternative zu fötalem Kälberserum oder autologem Serum. Fötales Kälberserum zählt zu den am häufigsten verwendeten Mediumzusätzen in der Zellkultur und wird von uns im Labor nur dann verwendet, wenn kein patienteneignes Serum zur Verfügung steht oder dieses nicht unseren Qualitätsanforderungen entspricht. Die Herstellung dieses Serums ist sehr kostenintensiv und ethisch bedenklich. In Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen untersuchen wir, ob Thrombozytenextrakt einen adäquaten Ersatz als Mediumzusatz darstellt.